
Carla D.
1. Seit wann arbeitest du in der Pflege?
Seit 2020 arbeite ich als Pflegefachassistentin. Es war von Anfang an der richtige Weg für mich.
2. Wie bist du zum Pflegeberuf gekommen?
Meine Großcousine ist Krankenpflegerin, aber als ich jünger war, habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Erst als ich auf die Fachschule für Sozialberufe gekommen bin, habe ich gemerkt, wie sehr mich die Pflege interessiert.
Ich bin wirklich glücklich mit meiner Entscheidung, PFA zu werden. In diesem Beruf lernt man so viel, nicht nur die praktischen Tätigkeiten, sondern auch den Umgang mit Menschen. Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür, wie es anderen geht, oft, ohne dass sie es direkt sagen müssen. Genau das macht die Arbeit für mich so besonders.
3. Wieso hast du dich dazu entschieden, komplett selbständig zu arbeiten?
Momentan arbeite ich teilweise selbständig und bin auch im AKH tätig. Ich habe mich für die Selbständigkeit entschieden, weil ich dadurch viel flexibler bin und selbst bestimmen kann, wann und wie viel ich arbeite. Das nimmt enorm viel Stress raus und gibt mir mehr Freiheit im Alltag. Außerdem kann ich mir mehr Zeit für die Patient:innen nehmen. Ich kann sie individueller betreuen, wirklich von Mensch zu Mensch, und das macht einen großen Unterschied.
Auf HeldYn bin ich durch einen Zeitungsartikel gestoßen, in dem selbständige Pflegekräfte gesucht wurden. Die Idee hat mich sofort angesprochen, also habe ich mich einfach beworben. Sabine war die erste Person, mit der ich dort gesprochen habe, sie war super sympathisch, und das hat mir gleich ein gutes Gefühl gegeben.
4. Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Freude? Woran erinnerst du dich gerne?
Eine besonders schöne Erinnerung habe ich aus meiner Praktikumszeit. Es war das erste Mal, dass ich auf einer Station gearbeitet habe, und anfangs war ich mir unsicher, ob ich alles richtig mache. Doch dann haben mir immer mehr Patient:innen und Kolleg:innen gesagt, dass ich einen wirklich guten Job mache. Dieses Feedback hat mein Bild von mir selbst und meiner Arbeit komplett verändert. Es war ein unglaublich schönes Gefühl zu merken, dass, was ich tue, wirklich geschätzt wird.
Eine weitere Erinnerung, die mir besonders im Kopf geblieben ist, war eine junge Patientin, gerade mal 23 Jahre alt. Sie hatte eine sehr seltene Krankheit und musste leider ein Bein amputieren. Später wurde klar, dass auch das zweite Bein nicht gerettet werden konnte. Es ging ihr gesundheitlich sehr schlecht, und ich habe mir wirklich Sorgen um sie gemacht. Doch trotz allem hat sie sich nie aufgegeben. Als sie nach einem Aufenthalt in der Neurologie zurückkam, war sie wieder geschminkt, ihre Haare waren gemacht, sie sah einfach wunderschön aus. Sie hatte eine unglaubliche Ausstrahlung und Lebensfreude, obwohl sie so viel durchgemacht hatte. Ich habe so gerne Zeit mit ihr verbracht, weil sie trotz allem ihr Strahlen nicht verloren hat.
5. Worauf legst du besonders Wert in deiner alltäglichen Arbeit und außerhalb davon?
Mir ist es besonders wichtig, in meinem eigenen Rhythmus arbeiten zu können. Wenn ich meinen eigenen Flow habe, kann ich mich besser konzentrieren und gerate nicht so leicht in Stress.
6. Was bringt dir Entlastung von deinem Pflegealltag? Was machst du in deiner Freizeit?
Ich gehe gerne trainieren, das hilft mir, den Kopf freizubekommen. In letzter Zeit habe ich auch meine kreative Seite wieder mehr für mich entdeckt. Ich zeichne viel, vor allem Porträts. Frauen kann ich irgendwie besser zeichnen als Männer, warum auch immer! Ich habe zum Beispiel schon ein Porträt von meiner Mama gemacht. Gerade probiere ich mich an ProCreate aus und teste verschiedene Brushes. Aber das Wichtigste für mich ist einfach, Zeit mit meiner Familie zu verbringen.